Warum Schopenhauer so viel über Leid schrieb
Das Leid ist bei Schopenhauer keine Randerscheinung, sondern der Ausgangspunkt seines gesamten Denkens. Er schrieb über Leid, nicht weil er litt, sondern weil er erkannte, dass das Leid die Struktur des Daseins durchzieht. Nicht der glückliche Moment, sondern der schmerzhafte ist der aufschlussreichere – weil er die Wahrheit über den Willen enthüllt.
Seine Zitate zum Leid sind daher keine Klagen eines Unglücklichen, sondern die verdichteten Einsichten eines Philosophen, der das Schwierigste versuchte: dem Leid ins Gesicht zu sehen, ohne wegzuschauen.