Zitate

Schopenhauer über Liebe - Zitate und Einordnung

Schopenhauers Sicht auf die Liebe ist nüchtern. Im Kapitel zur Metaphysik der Geschlechtsliebe deutet er das Verliebtsein als Wirkung des Willens, der durch die Wahl der Partner die nächste Generation gestaltet.

Ruhiges abstraktes Linienmotiv als Sinnbild philosophischen Denkens.

Schopenhauer schreibt über Liebe nicht als Gefühlsethiker, sondern als Metaphysiker des Willens. Die starke Anziehung zwischen Menschen ist für ihn nicht zufällig, sondern Ausdruck eines vorpersönlichen Willens zum Leben, der sich seine nächste Generation sucht.

Das macht seine Texte interessant, aber auch unbequem. Wer Liebe als rein romantisches Versprechen lesen möchte, wird enttäuscht. Wer akzeptiert, dass Begehren auch eine biologische und metaphysische Tiefenschicht hat, findet eine erstaunlich moderne Analyse.

Wichtig ist eine Lese-Warnung: Schopenhauers Aussagen über Frauen sind teilweise zeitgebunden und herabsetzend. Diese Stellen reproduzieren wir hier nicht unkommentiert. Sie gehören in eine historisch-kritische Auseinandersetzung, nicht in eine Sammlung von Lebenssätzen.

  • Die Geschlechtsliebe ist nichts als ein genauer bestimmter, spezialisierter, ja im strengsten Sinne individualisierter Geschlechtstrieb."
    belegtQuelle: Die Welt als Wille und Vorstellung, Band II, Kapitel Metaphysik der Geschlechtsliebe

    Kontext: Schopenhauer entdramatisiert die romantische Liebe. Sie ist für ihn die hochindividuelle Form eines allgemeinen Triebs - mit dem Ziel, die nächste Generation zu bestimmen. Der Eindruck einer einzigartigen Wahl trügt nicht, ist aber Werkzeug des Willens.

  • Was im Verliebten so unbedingt wirkt, ist nicht das Glück des Einzelnen, sondern das Interesse der Gattung."
    sinngemäß

    Kontext: Sinngemäße Zusammenfassung der Hauptpointe aus dem Kapitel zur Metaphysik der Geschlechtsliebe. Schopenhauer sieht hinter dem Einzelglück immer das überindividuelle Interesse am Fortbestand.

Hinweis: Wir verzichten bewusst auf die Wiedergabe einzelner herabsetzender Passagen über Frauen. Wer sich wissenschaftlich damit beschäftigen will, sollte sie im Originaltext und mit textkritischer Begleitung lesen.

Häufige Fragen

Was ist Schopenhauers Kerngedanke zur Liebe?
Verliebtsein ist nach Schopenhauer die individualisierte Form eines allgemeinen Triebs. Die scheinbar persönliche Wahl folgt einem überindividuellen Interesse: dem Willen zum Leben, der sich in der nächsten Generation fortschreibt.
Macht das Liebe wertlos?
Nein. Schopenhauer entzaubert sie, ohne sie kleinzureden. Die starke Wirkung der Anziehung wird nicht geleugnet, sondern erklärt.
Warum reproduziert ihr keine frauenfeindlichen Zitate?
Weil diese Stellen ohne kritischen Apparat falsch wirken und Schopenhauer nicht repräsentativ sind. Wer damit wissenschaftlich arbeiten will, sollte sie im Original und mit Kommentar lesen.
Wo finde ich das Kapitel zur Metaphysik der Geschlechtsliebe?
In Band II von Die Welt als Wille und Vorstellung als eines der Ergänzungskapitel zu Buch IV.

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