Zwischen Aufklärung und Romantik
Schopenhauer wuchs in einer Zeit auf, in der die Ideale der Aufklärung – Vernunft, Fortschritt, Emanzipation – bereits ihre ersten Risse zeigten. Die Romantik antwortete mit einer Hinwendung zum Irrationalen, zum Gefühl, zur Natur. Schopenhauer stand zwischen beiden: Er teilte die Skepsis der Romantiker gegenüber dem bloßen Verstandesdenken, ohne ihre Schwärmerei zu übernehmen.
Sein Denken ist geprägt von einer nüchternen Ehrlichkeit, die weder dem aufklärerischen Optimismus noch der romantischen Verklärung verfällt.