Politischer Hintergrund
Schopenhauer erlebt Napoleon, den Wiener Kongress, das Vormärz-Zeitalter, die Revolutionen von 1848 und den Beginn der Industrialisierung. Politisch blieb er konservativ-skeptisch und misstrauisch gegenüber Massenbewegungen.
Geistesgeschichtlicher Kontext
Sein Denken setzt bei Kant an, grenzt sich aber scharf vom deutschen Idealismus, besonders von Hegel, ab. Parallel entdecken westliche Gelehrte erstmals systematisch die indische Geisteswelt - Schopenhauer nutzt diese Quellen früh und ernsthaft.
Mit der entstehenden Naturwissenschaft, etwa der Physiologie, blieb er im Gespräch. Sie diente ihm als Beleg für seine Lehre vom Willen in der Natur.
Stellung im philosophischen Feld
Zu Lebzeiten stand Schopenhauer am Rand des akademischen Betriebs. Erst nach 1850, als das Vertrauen in die großen idealistischen Systeme schwand, fand seine Philosophie ein breites Publikum.